Grußwort des Abtes

Liebe Besucher der Internetseiten der Abtei Hamborn!

Abt Albert

Seien Sie herzlich willkommen! Gerne geben wir Ihnen einen kleinen Einblick in unser Leben und stellen uns Ihren Fragen.

„Leidenschaft für Christus – Leidenschaft für Menschen“ lässt sich gut als Motto über unser Kloster schreiben. Was uns bewegt, ist der Glaube an Jesus Christus und unser Interesse an den Menschen. Gemeinsam mit den Menschen rings um unser Kloster möchten wir aktiv das Leben gestalten aus dem Evangelium Christi. Unser Gründer, der Heilige Norbert, ist unser Vorbild.

In der Abtei Hamborn leben Männer aller Altersgruppen. Wir verbinden das Leben in einer Klostergemeinschaft mit der seelsorglichen und missionarischen Arbeit des Priesters unter den Menschen. Wichtigste Quelle für dieses Lebenskonzept ist die Ordensregel des Heiligen Augustinus. Zu unserer Gemeinschaft gehören viele junge Männer. Der Altersdurchschnitt ist ungewöhnlich niedrig. Vielleicht liegt das auch daran, dass wir sehr optimistisch sind, einen zukunftsträchtigen Weg eingeschlagen zu haben. Unser Ziel ist es, Gemeinschaft zu stiften, zu bewahren, zu gründen und Beheimatung zu geben. „Das erste Ziel Eures gemeinsamen Lebens ist es, ein Herz und eine Seele zu werden in Gott und auf Ihn hin!“ (Heiliger Augustinus)

Männern vom 20. bis zum 35. Lebensjahr mit dem Abitur oder einer abgeschlossenen Berufsausbildung, die sich für den Priesterberuf und das Leben in klösterlicher Gemeinschaft interessieren, stehen wir gerne mit Rat und Tat zur Seite. Wenden Sie sich gerne auch direkt an mich (abt.albert@abtei-hamborn.de). Wir freuen uns über jeden  neuen Mitbruder.

Unsere Novizen verbringen das erste Jahr zur Einführung in unser Leben in der Abtei unter Anleitung des Novizenmeisters. Danach folgt das Studium der Theologie, falls nicht schon entsprechende Studienabschlüsse mitgebracht werden. Unsere jungen Mitbrüder studieren an verschiedensten Universitäten, je nach dem, mit welchen Voraussetzungen sie zu uns kommen. Nach Abschluss der Studien besteht die Möglichkeit, sich durch die feierliche Profess auf Lebenszeit an die Ordensgemeinschaft zu binden. Danach folgen Diakonats- und Priesterweihe. Während der gesamten Ausbildung erfolgt die Einführung in priesterliche und seelsorgliche Dienste.

Unsere Mitbrüder trifft man rings um die Abtei, aber auch in Außenstellen: Im Priorat Magdeburg, der Pfarrei Cappenberg und der Pfarrei Bendorf-Sayn. Sie arbeiten als Pfarrer,  Kaplan, Pastor und Lehrer, aber auch als Krankenhausseelsorger und in außerordentlichen Aufgaben als Rundfunkbeauftragter, Kirchenrechtler, an Theologischen Hochschulen, in der Sorge um Alte und Kranke und anderem mehr.

Die Mitbrüder treffen sich morgens, mittags und abends zum Chorgebet und einmal am Tag zur gemeinsamen Heiligen Messe. Dazwischen schwärmen sie aus in ihre Einsatzgebiete. Für so Manchen ist die regelmäßige Teilnahme an den Chorgebetszeiten und der gemeinsamen Tagesmesse kaum möglich, da die Erfordernisse draußen in der Pfarrei die Teilnahme an allen Konventszeiten nicht möglich erscheinen lassen. In diesem Spannungsfeld bewegt sich unser Leben. Dabei liegt bei allen Schwierigkeiten, die sich uns heute stellen, unser Augenmerk auch darauf, dass die Arbeit mit Freude geschieht und dass dort, wo Menschen in den Gemeinden und vor Ort verletzt und verbittert sind, sich wieder Zuversicht und Hoffnung einstellen. Nur so kann die Gemeinschaft der Kirche für die Menschen rings herum ein „Fels in der Brandung“ sein. Wir verstehen uns als christliche Klostergemeinschaft mit den Menschen ringsum.

Gerade aus dem Duisburger Norden und aus Magdeburg kennen wir vielfältige soziale und menschliche Not. Hier sind wir besonders gefordert. In einem der schönsten Texte des II. Vatikanischen Konzils heißt es: „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art, sind auch Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Jünger Christi. Und es gibt nichts wahrhaft Menschliches, das nicht in ihren Herzen seinen Widerhall fände“. In Hamborn und Magdeburg nimmt dieser Satz vielfältige Gestalt an. Ganz aktuell bei den vielen Flüchtlingen aus den Krisengebieten der Welt, die aus verschiedensten Ländern zu uns kommen, weil sie Haus und Hof und Angehörige verloren haben. Ebenso bei Menschen, die hier leben und unter der drückenden Arbeitslosigkeit leiden. Und auch bei allen Übrigen, die sich manchmal angesichts der Fragen unserer Zeit völlig überfordert sehen und unter der gegenwärtigen Lage leiden.

Wir Prämonstratenser im weißen Ordensgewand verstehen uns als Zeugen der Auferstehung Jesu. Wir möchten allen die Botschaft vom Leben bringen, das den Tod überwunden hat. Deshalb wollen wir hier alles Leben wertschätzen, auch das kleinste und geringste und uns gegen alles Lebensbedrohliche und gegen den Tod in all seinen Erscheinungsformen auflehnen.

Viele haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützen die Arbeit unserer Mitbrüder und in der letzten Zeit haben sich zwei Gruppen gebildet, die wir in unserem Orden „Tertiaren“ nennen. Es sind Männer und Frauen unterschiedlichsten Lebensstandes und Berufes, die sich uns und dem Ordensgründer Norbert von Xanten in besonderer Weise verbinden. Wir freuen uns über jedes neue Mitglied bei den Tertiaren. Interessenten wenden sich bitte an Pastor Werner Müller  (werner.mueller.hjn@t-online.de) als Ansprechpartner der Hamborner Gruppe oder an Frank Hachemer (frank.hachemer@t-online.de), der die Sayner Gemeinschaft leitet. Sie können sich aber auch gerne an mich wenden.

Ein Prämonstratenserkloster – so werden unsere Klöster nach dem Ursprungsort Prémontré in Frankreich genannt – ist immer eine „Kirche im Kleinen“. Darin spiegelt sich alles wieder, was sich in der Kirche gegenwärtig ereignet. So finden wir dort die unterschiedlichsten Menschen, die auch die Meinungsvielfalt innerhalb der Kirche widerspiegeln. Mit Johannes XXIII., dem Heiligen, sind wir der Überzeugung, dass nach langen Jahrhunderten der Verurteilungen jetzt die Zeit gegenseitiger Wertschätzung angebrochen ist. Dies selbst überzeugend zu leben und gemeinsam vor Ort wie eine Eintrittstür in das Evangelium Jesu unter die Menschen zu tragen, halten wir für einen der entscheidendsten Aufträge und wichtigsten Teile der christlichen Sendung in unserer Zeit, in der in vielen Teilen der Welt Krieg und Terror herrschen.

Ihr Abt Albert Dölken

Vor 900 Jahren gründete Norbert von Xanten die Prämonstratenser

Einer der größten Orden des Abendlandes

Jubiläum für eine der größten Ordensgemeinschaften der katholischen Kirche: Die Prämonstratenser wurden vor 900 Jahren von einem gegründet, der eines Tages fast buchstäblich vom Donner gerührt war.

Es war ein dickes Gewitter, das das Leben des Domherrn Norbert komplett umkrempelte. Dem weltlichen Leben durchaus nicht abgeneigt, hatte der adlige Geistliche 1115 bei einem Unwetter sein Bekehrungserlebnis. Geläutert kehrte er von einem Ausritt in das reiche Stift Sankt Viktor in Xanten am Niederrhein zurück. Allein, bei seinen Mitbrüdern, die viele Einkünfte und wenig Verpflichtungen hatten, konnte er sich mit seinen plötzlichen Aufrufen zu geistlicher Umkehr nicht durchsetzen. Doch dieses Scheitern war nur der Anfang zu einer noch größeren Geschichte.

Asketischer Buß- und Wanderprediger

Bald kehrte Norbert mit 35 Jahren seinem bisherigen Leben, seinen Privilegien und seiner üppigen Pfründe den Rücken und lebte fortan als asketischer Buß- und Wanderprediger. Im einfachen Volk kam seine Ansprache gut an. Der "Amtskirche" war sein unkontrolliertes Wanderdasein dagegen verdächtig, ähnlich wie bei seinem Zeitgenossen Robert d'Arbrissel (um 1045-1116), dem Gründer der Abtei Fontevraud.

Wie dieser wurde auch Norbert eher wider Willen zum Gründer. Im nordfranzösischen Premontre, auf Fernbesitz der Abtei Prüm, formte er 1120/21, vor 900 Jahren, eine neue geistliche Gemeinschaft Gleichgesinnter: die Keimzelle des Prämonstratenserordens, des schon bald größten Ordens sogenannter regulierter Chorherren.

Begeistert vom neuerwachten Armutsideal, betrachtete Norbert die Lebensweise der traditionellen Chorherren, die Privateigentum und eigene Wohnungen besaßen, als mit dem Ideal der radikalen Nachfolge Christi unvereinbar. Norberts Vision: Wie die Apostel sollen Priester aus einer Gemeinschaft heraus als Seelsorger wirken, nicht vereinzelt. Sein Orden dient dabei vor allem als ein Zusammenschluss selbstständiger Klöster; die oberste Instanz, das Generalkapitel, legt lediglich eine für alle Klöster verbindliche Rahmengesetzgebung fest.

Die Spiritualität der asketisch lebenden Prämonstratenser steht also auf drei Säulen: Priestergemeinschaft, geistliches Ordensleben und engagierte Seelsorge. Zu ihren Hauptaufgaben gehören Predigt, Unterricht und Pfarreiarbeit. Immer mehr Stifte von Chorherren und -frauen in Europa übernahmen Norberts strenge Regel, wurden also "reguliert", indem ihre Mitglieder Gelübde ablegten.

Erzbischof von Magdeburg

Für Norbert selbst hielt das Leben noch einen zweiten Bruch bereit. Nicht nur, dass Papst Honorius II. Anfang 1126 die Regel der "Chorherren des heiligen Augustinus nach den Gebräuchen der Kirche von Premontre" bestätigte. Er zog auch deren Gründer ab und machte ihn überraschend zum Erzbischof von Magdeburg.

Während Norbert offenbar hoffte, damit eines der wichtigsten deutschen Bistümer auf einen Schlag reformieren zu können, kam der Schritt eigentlich bei kaum jemand sonst gut an. In Magdeburg, wo er angeblich barfuß und in ärmlicher Kleidung einzog, wollte die Geistlichkeit weder von ihren Besitzungen lassen noch den Zölibat einhalten. Seine Ordensbrüder hingegen sahen ihn als Abtrünnigen, der in die Gebräuche der schlechten Welt zurückgekehrt war.

Neben der Kirchenreform widmete sich Norbert in seinen acht Bischofsjahren vor allem der Slawenmission; er starb im Juni 1134 in Magdeburg. Nach der Reformation in Mitteldeutschland kamen seine Gebeine schließlich ins Kloster Strahov oberhalb von Prag. 1582 wurde er heiliggesprochen.

Prämonstratenser-Orden

Durch Hussiten- und Türkenkriege und die Säkularisationen des 18. und 19. Jahrhunderts wurde der Orden fast völlig vernichtet. Heute ist er wieder weltweit mit etwa 1.300 männlichen und weiblichen Mitgliedern und rund 80 selbstständigen Klöstern vertreten, davon die Hälfte in Übersee. Vor allem in Belgien und den Niederlanden werden die Prämonstratenser nach ihrem Gründer auch "Norbertiner" genannt. 65. Generalabt ist seit 2018 der Belgier Jos Wouters (61).

Der weibliche Zweig sind die Prämonstratenserinnen, der dritte Orden die sogenannten Prämonstratenser-Tertiaren. In Deutschland gibt es derzeit drei Prämonstratenser-Abteien - Duisburg-Hamborn, Windberg in Niederbayern und Speinshart in der Oberpfalz - sowie zwei Priorate: Roggenburg im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben und Magdeburg.

An der letzten Wirkungsstätte ihres Ordensgründers, in Magdeburg, wollen die Prämonstratenser aus Duisburg 2021 ihr neues Kloster fertigstellen. Es soll Platz für elf Ordensmänner bieten. Dort sollen dann auch die Europäische Sankt-Norbert-Stiftung, die evangelische Altstadtgemeinde, die evangelisch-reformierte Gemeinde und die katholische Pfarrgemeinde Sankt Augustinus vertreten sein.

Alexander Brüggemann (KNA)

Erleben Sie das Kloster im Rundgang!

Auf unseren Seiten möchten wir Sie über das Leben und Wirken in und um unser Kloster in Duisburg-Hamborn informieren. 

Wenn Sie mit uns Kontakt aufnehmen möchten, eine Besichtigung unserer Klosteranlage mit der über 900 Jahre alten Abteikirche buchen oder mehr über das Leben in unserer Ordensgemeinschaft erfahren möchten, finden Sie hier alle Informationen zu diesen und vielen weiteren Themen.

Der gute Hirte (Psalm 23)

Der Herr ist mein Hirte, / nichts wird mir fehlen.
Er lässt mich lagern auf grünen Auen / und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
Er stillt mein Verlangen; er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.
Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, / ich fürchte kein Unheil; 
denn du bist bei mir, / dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.
Du deckst mir den Tisch / vor den Augen meiner Feinde. 
Du salbst mein Haupt mit Öl, / du füllst mir reichlich den Becher. 
Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang, / 
und im Haus des Herrn darf ich wohnen für lange Zeit.